Wochenüberblick & Links 13.05 – 19.05.2012

Kultur

Seit dem 17.05.2012 ist die romantische Komödie “Lachsfischen im Jemen” in den deutschen Kinos. Der humorvolle Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Paul Torday und erzählt die Geschichte eines größenwahnsinnigen Vorhabens. Ein reicher jemenitischer Sheikh – sein Hobby ist Lachsfischen – möchte Lachse in jemenitische Gewässer einführen. Dazu holt er sich einen Spezialisten aus Schottland. Unter anderem haben die Weltder Stern und der Spiegel eine Filmkritik dazu verfasst.

AQAP & Drohnen

James Traub schreibt einen Beitrag zur Drohnendebatte auf Foreign Policy. Er verteidigt die US-Strategie, welche in erster Linie darauf basiere den neuen Präsidenten Hadi zu unterstützen.

Micah Zenko fragt zynisch  in einem Blogpost auf Council on Foreign Relations wie man Terroristen im Jemen stärken kann. Die Antwort? Drohnen!

Joshua Foust schreibt im Atlantic, dass Drohnen den Jemen nicht retten können.

Robert Grenier, der ehemalige Direktor des Terrorismuszenters des CIA kritisiert auf Al-Jazeera die Drohnenstrategie der Amerikaner.

Unter dem Hashtag #NoDrones starten jemenitische Aktivisten eine Anti-Drohnen-Kampagne auf Twitter.

Die jemenitische Zeitung Mareb Press (ar.) berichtet über Aussagen des stellvertretenden Präsidenten der Ulama von Hadramout. Er kritisiert die Luftangriffe der Amerikaner und jemenitischen Armee, da Unschuldige getötet werden. Die neue jemenitische Regierung beschreibt er als Unterstützer der Christen und Juden.

AQAP

Die britische Freelance Journalistin Iona Craig befindet sich zur Zeit im Südjemen, wo sie über Ansar Al-Sharia berichtet. Am 18.05.2012 erschien ein erster Bericht in USA Today. In “Toll climbs in Yemen’s fight against al-Qaeda” spricht sie mit Menschen, die die Kämpfe zwischen den Islamisten und der Regierung miterlebt haben.

Al-Qaida veröffentlicht neues Video, in dem Ayman Al-Zawahiri Präsidenten Hadi als Agenten der Amerikaner bezeichnet.

Angeblich soll AQAP im Moment daran arbeiten ihre Bombentechnik zu verbessern und zwar zusammen mit Ärzten.

Die Huffington Post berichtet, dass das amerikanische Militär das jemenitische Militär in ihrem Kampf gegen Al-Qaida im Südjemen unterstützt – die Unterstützung sei noch nie so direkt gewesen.

Yemeni military officials said dozens of U.S. troops were operating from al-Annad air base, about 65 kilometers (45 miles) from the main battle zones, coordinating assaults and airstrikes and providing information to Yemeni forces.

Der Terrorismusberater der US-Regierung John Brannan hat diese Woche den Jemen Besucht. Die New York Times berichtet:

“The move toward the pursuit of terrorists is irreversible,” Mr. Hadi said on Sunday, praising the cooperation between Yemen’s military and its tribes, according to a statement from the Yemeni Embassy in Washington. Mr. Brennan “reiterated President Obama’s strong commitment to the steps taken by President Hadi to stabilize Yemen,” the statement said.

Die jemenitische Armee hat unterdessen in der vergangen Woche ihre Maßnahmen gegen AQAP verstärkt und konnte die Kontrolle über einige Gebiete zurück gewinnen:
Huffington Post berichtet am 13.05:

Driving the militants out of the area of al-Hurur positions the army just outside the city of Jaar, where al-Qaida has held sway since March 2011. If the military can reclaim Jaar, it will have surrounded the provincial capital of Zinjibar, which also is currently under the control of al-Qaida.

The military has claimed control in recent weeks of some of the outlying areas of Zinjibar, but militants remain firmly entrenched in the heart of the city.

The army also battled militants Sunday around Zinjibar and in the town of al-Code in fighting that left at least 12 government troops dead, the officials said on condition of anonymity in line with military regulations.

Am darauffolgenden Tag konnte das jemenitische Militär weiter vorrücken und setzte Kampfjets gegen AQAP ein, die Huffington Post berichtet:

In one of Monday’s attacks, Yemeni warplanes struck an al-Qaida hideout about 70 kilometers (44 miles) from the southern city of Zinjibar, the provincial capital of Abyan. The bombardment killed at least 10 militants, the officials said.

In Zinjibar itself, clashes between the two sides left seven troops dead on Monday, according to the officials. The military, backed by heavy artillery, has recently pushed into Zinjibar and regained control over some parts of the city.

Government warplanes also fired missiles at a moving vehicle on the outskirts of another southern town, Lawder, killing six militants inside it, the officials said.

Eine gute Zusammenfassung der Offensive ist in der New York Times zu finden. Reuters berichtet am 18.05, dass das jemenitische Militär weiter vorrücken und AQAP aus Lawdar vertreiben konnte.
CNN berichtet, dass eine US-Drohne am 13.05 13 “Militante” in Marib getötet haben soll. Am 17.05 tötete eine US-Drohne zwei “Al-Qaida-Mitglieder” in dem östlich gelegenen Hadramout.

Sezessionsbewegung

Am 19.05 gab Ali Salem Al-Beidh, ehemaliger Präsident des Südjemen, ein Interview auf Al-JazeeraReuters veröffentlicht ebenfalls ein Interview mit Ali Salem Al-Beidh und zwar am 17.05. In dem Interview sagte der ehemalige Präsident, dass die internationale Gemeinschaft die südliche Sezessionsbewegung unterstützen sollte, so könne der Südjemen als unabhängiger Staat Al-Qaida bekämpfen. Die Regierung des Nordens beschreibt er folgendermaßen:

It’s a collection of tribal, military, and security cliques fighting over who’ll hold power,” Beidh said of the state led by President Abd-Rabbu Mansour Hadi, who succeeded Ali Abdullah Saleh in February after a year of unrest.

“They are not capable of building a democratic, civil state. The northern mentality cannot live within a state, whereas the mentality of the south cannot live without one.

Im Guardian war diese Woche ein Bericht über mögliche Verbindungen zwischen Mitglieder der Sezessionsbewegung und dem Iran. Laut dem Artikel, würde der Iran versuchen seinen Einfluss im Süden des Jemens zu vergrößern. Die jemenitische Zeitung Yemen Times hat sich die Thematik anschließend genauer angeguckt.

Transition

US-Präsident Obama erließ in der letzten Woche eine Anordnung, der es dem Department of Treasury erlaubt Konten derjenigen Personen, die den Transitionsprozess im Jemen hindern könnten, einzufrieren. Anders als Anordnungen, die im Rahmen der Terrorismusbekämpfung erlassen wurden, enthält diese keine Namensliste und ist offen gehalten. Dieser Aspekt der Anordnung löste eine Debatte aus, da Befürchtet wird, dass die Anordnung zu Missbrauch führe. Hier Fragen & Antworten ihm Rahmen des Press Briefing des Department of State.

Auf CNN dazu:

At the State Department, spokeswoman Victoria Nuland refused to cite Saleh by name but said the order was “definitely” meant to “send a message to those who are trying to block transition that we have this tool to use against them, and that they should think again about the policies that they are pursuing.”

“We’ve had concerns about spoilers,” she said. “We’ve had concerns about foot-draggers. We’ve had concerns about actual opposition from various different groups. And so this is a new tool that we can use to make our views known if that continues.”

But Bruce Riedel, former CIA analyst and presidential adviser now with the Brookings Institution, told CNN that Saleh “and his immediate family are precisely the target of this executive order, and the message is ‘You need to get out of Dodge – or physically get out of Sanaa.’”

Der amerikanische Rechtsexperte Jonathan Turley hat auf seinem Blog eine Kopie der Anordnung veröffentlicht und bewertet sie als “extrem”, da sie:

allow the government to crackdown of U.S. citizens and other individuals who “indirectly” oppose U.S.-backed Yemeni President, Abed Rabbo Mansour Hadi. Hadi was the right-hand man to the prior  dictator Ali Abdullah Saleh and won an “election” composed only of himself.  We, of course, immediately embraced Hadi and the Obama Administration is now threatening anyone who opposes him, including our own citizens. The Administration appears delighted that, while opponents are not welcomed in the country, American drones are.

One of the greatest threats posed by this order is that it places such actions in the the administrative law process on the agency level. Citizens are given fewer protections in that process and agencies given absurd levels of deference by federal courts.

Die EU-Außenminister äußern sich besorgt über den Transitionsprozess im Jemen.

Die EU werde alle ihr zur Verfügung stehenden Optionen prüfen, um Personen, die sich der Umsetzung der Initiative des Golfkooperationsrat widersetzten oder sie zu unterminieren versuchten, zu ihrer Einhaltung zu bewegen.

Sonstiges

Ahram Online: In Yemen, eating is a luxury millions struggle to afford

Ein Interview mit Tawakkul Karman auf Arte.

Deen Sharp vergleicht in seinem sehr interessanten Beitrag auf Jadaliyya die jemenitische “Revolution” von 2011 mit der von 1962.

Ginny Hill vom britischen Chatham House gibt auf Foreign Policy einen kurzen Überblick über die politischen Entwicklungen im Jemen in der letzten Zeit. Dabei geht sie insbesondere darauf ein, was der neue Präsident Hadi – wider aller Erwartungen – erreichen konnte.

Am 13.05.2012 berichtet Al-Arabiyya über den Entführungsversuch des bulgarischen Botschafters.

He was with his wife when they were attacked. Three armed men tried to kidnap him from his car. When he refused and started to drive away they opened fire on his vehicle. He was wounded in the eye by broken glass,” a Western diplomat said.

Unterdessen berichtet Marib Press (ar.) am 19.05 , dass der ehemalige Präsident Ali Abdullah Saleh, sich dazu bereit erklärt habe, sich aus der Politik zurück zu ziehen und das Land zu verlassen. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine ausländische diplomatische Quelle und Aussagen Munir Al-Mawaris, einem oppositionellen in Washington.

Blogosphere

Hind Al-Eryani, die die #NoQat-Kampagne auf Twitter gestartet hat, schreibt eine Antwort auf Mona Eltahawy’s “Why men hate women”. In ihrem Beitrag erzählt sie die Geschichte einer Freundin, die in einem sehr jungen Alter verheiratet wurde.

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